Schmerzen im Knie, ein Besuch beim Orthopäden, MRT und dann … Ich habe alles erwartet, nur das nicht.
Ein wunderschöner Samstagmorgen und ich hoch motiviert: Meine Lieblingsstrecke nach Grünwald und zurück sollte es sein. Und es lief gut … Ich konnte abschalten und kam in den Flow. Ihr kennt das vielleicht, wenn die Beine ganz von alleine tun was sie sollen und man einfach nur seinen Gedanken nachhängen kann. Ein Glücksgefühl breitete sich in mir aus. Ich spürte die Umgebung, die Freiheit und die Lust an der Bewegung. Doch dann, irgendwo zwischen Pullach und Grünwald: Ein stechender Schmerz im linken Knie.
Es hatte schon in letzter Zeit immer wieder Probleme gemacht, mein Problemknie. 2014 hatte ich mir beim Basketball ein „Unhappy Triad“ zugezogen: Kreuzband gerissen, Innenband gerissen, Meniskus gerissen. In den nächsten Jahren insgesamt drei OPs, unzählige Stunden an Physio und eine schier unendliche Regeneration. Dann Ruhe, seit mehreren Jahren! Ich hatte mein Problemknie schon fast rehabilitiert. Doch jetzt ein Schmerz, der mich sogleich in die Vergangenheit zurückversetzte. Aber mal nicht gleich den Teufel an die Wandmalen! Ich hatte mich ja nicht verletzt. Wahrscheinlich eine Entzündung. Oder etwas eingeklemmt. Wahrscheinlich ein bisschen pausieren und dann ist alles wieder ok.
In den nächsten Tagen wurde er Schmerz nicht weniger. Ich vereinbarte einen Termin beim Orthopäden. Der schickte mich ins MRT und da gab es ein böses Erwachen: Der Radiologe begann aufzuzählen, was in meinem Knie so alles nicht in Ordnung war. Baker Zyste, Entzündung am Sehnenansatz, Arthrose Stufe 4, Riss am Meniskus, Fissur am Knorpel … Er hörte gar nicht mehr auf und ich wurde immer kleiner in meinem Stuhl. Dann eine Pause. Ich wartete auf den Hinweis, ich müsse einfach mal pausieren, damit sich das Knie beruhigen können. Doch dann kam quasi die Steigerung von allem, die Krönung allen Übels, der Hammer: „Ich kann Ihr Kreuzband nicht sehen!“ Ein kurzer Versuch meinerseits: „Oh, dann also noch eine neue Aufnahme?“ Er: „Nein, nicht nötig! Ihr Kreuzband ist nicht mehr da.“ Wumm! Tiefschlag! Knockout!
In meiner Positivität zweit Tage später der Ganz zum Spezialisten. Sicher würde er genauer hinschauen und Schlingel Kreuzband in seinem Versteck entdecken. Aber stattdessen weiter Aufnahme und das ernüchternde Ergebnis: Kreuzband gerissen. Meniskus wahrscheinlich kaputt. Knorpel schwer angegriffen.
Die gute Nachricht: Das alles lässt sich wieder in Ordnung bringen. Es braucht nur 2 Operationen: In der ersten werden die alten Befestigungskanäle des neuen Kreuzbands von 2014 ausgefräst und mit Knochenmaterial gefüllt. Außerdem wird der Kniewinkel so eingestellt, dass kein Druck mehr auf das Kniegelenk und Kreuzband erfolgt. Dazu muss man nur aus dem Unterschenkelknochen einen Keil sägen. Und der Meniskus wird auch entfernt oder genäht. Dann drei bis vier Monate warten bis alle verheilt ist. Bei Operation zwei wird dann ein neues Kreuzband gesetzt und ggf. Knorpel transplantiert.
Ok. Mein Kopf begann zu rechnen. OP 1, dann vier Monate Pause, OP 2, wieder vier Monate Pause, dann langsamer Beginn mit dem Training. Heißt: Keine Chance, in den nächsten 1 1/4 Jahren einen Marathon zu laufen. Eine Katastrophe für mich!


Schreibe einen Kommentar